30. Juli 2008

Der Reiseleiter The tour-leader Le chef de groupe **

Kategorie: Reiseleiter | Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen — karlheinz @ 22:23

** oder auch le guide, la guida, the travel manager oder oder….

Meine Tou…äh…Reisegäste möchten desöfteren von mir wissen, wie man denn Reiseleiter wird . Meine Antwort hängt davon ab, in welchem Ton man mir die Frage stellt. es ist doch ein Unterschied, ob einer fragt “Wie konnte man SIE nur auf uns loslassen?” oder schon etwas respektvoller “Warum mussten Sie diesen Beruf auswählen? Sie sind doch zu Höherem begabt” oder aber ganz begeistert: “Mein Sohn soll auch Reiseleiter werden! Er fährt so gerne mit der Eisenbahn und hat zu Weihnachten schon einen kleinen Globus geschenkt bekommen. das ist doch ein guter Anfang, gell? Wie muss er nun weitermachen????”

Ich weiß nicht, ob es wirklich so erstrebenswert ist, diesen Beruf zu ergreifen. ich weiß auch von niemanden, der ihn sozusagen “ergriffen” hätte. Jedenfalls habe ich noch nie einen Buben sagen hören “wenn ich einmal gross bin, möchte ich Reiseleiter werden” Mein beruf ist ebensowenig ein frommer Kinderwunsch wie die Laufbahn eines Logenschliessers in der Oper (N.B. war ich auch schon, in der Osterzeit 1984 im Münchner Nationaltheater) oder eines Parteipolitikers. Woran liegt das? Sind Kinder skeptischer als Erwachsene?

Aber wie wird man denn nun Reiseleiter?

Im Vertrauen gesagt, die meisten sind durch reinem Zufall an diesen Beruf gekommen! Ursprünglich hatten sie ganz was anderes werden wollen und waren es auch schon eine Weile: etwa Taxifahrer, Teppichhändler, Pianisten, Rennfahrer, Börsenmakler, Offiziere, Adlige oder Studenten.

Es gab da einen Taxichauffeur, der hat jahrelang Menschen und Koffer zum bahnhof oder Flughafen gefahren, bis er den Wunsch verspürte, selbst auf reisen zu gehen. Praktisch, wie Taxler nun mal veranlagt sind, wollte er dafür nichts zahlen, sondern bezahlt werden. Dere Pianist hatte Gicht in seinen Fingern bekommen und hatte von seinen Konzertreisen solide Kenntnisse über Europa und seine Theater. Er leitet heute Opernreisen. der Offizier war in Pension gegangen und hatte nun Zeit, der Adlige hatte sein vermögen verloren und der Student war damals ich.